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Kindesunterhalt – Düsseldorfer Tabelle 2017

Eltern müssen für den Unterhalt ihrer Kinder sorgen.

Der  Elternteil, bei dem das Kind lebt, erfüllt diese Pflicht dadurch, dass er das Kind pflegt und betreut. dieser Unterhalt wird daher auch „Naturalunterhalt“ genannt. Der andere Elternteil, also der, der bei dem das Kind nicht lebt, hat die „Barunterhaltungspflicht“, im Regelfall ist dies auch heute der Vater.

Aber natürlich gilt diese Regel auch im umgekehrten Fall, also wenn der Vater das Kind bei sich wohnen hat, dann muss die Mutter den Barunterhalt zahlen.

Die Höhe des Kindesunterhalts ist abhängig vom Alter des Kindes und vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils (siehe unten Tabelle).

Die Oberlandesgerichte haben hierzu Unterhaltstabellen entwickelt. Die Familiengerichte des Landgerichtsbezirks Essen richten sich nach den Leitlinien des OLG Hamm.

Das Kindergeld wird beim Kindesunterhalt angerechnet. Der betreuende Elternteil erhält das Kindergeld. Der andere Elternteil wird dadurch daran beteiligt, dass er von dem Unterhalt, den er nach der Tabelle für sein Kind zahlt, die Hälfte des Kindergeldes abziehen kann.

Unterhaltsvorschuss

Falls für ein Kind nicht oder nur unregelmäßig Unterhalt gezahlt wird, kommt das Unterhaltsvorschussgesetz zum Tragen: dieses stellt übergangsweise eine besondere Hilfe in der schwierigen Lage von Alleinerziehenden dar. Voraussetzung ist, dass das Kind bei einem alleinerziehenden Elternteil lebt, unter 12 Jahre alt ist und der gesetzliche Mindestunterhalt vom anderen Elternteil nicht oder nur unregelmäßig gezahlt wird. Das Kind hat dann einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss für maximal 72 Monate.

Richtiger Ansprechpartner für Fragen hierzu ist das Jugendamt. Dort kann der Unterhaltsvorschuss auch schriftlich beantragt werden. Das Geld holt sich das Jugendamt dann in der Folge vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurück: dies klärt dann die Rechtslage und macht es dann für den betreuenden Elternteil häufig einfacher, nach Ablauf der 72 Monate oder nach Erreichen des 12. Lebensjahr des Kindes den Unterhalt zukünftig regelmäßig vom Unterhaltspflichtigen zu bekommen.

Unterhalt – Die neue Düsseldorfer Tabelle 2017

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Tabelle zum Kindesunterhalt entwickelt, die mittlerweile für ganz Deutschland gilt.

Bei den hier zugrunde gelegten Zahlen ist das hälftige Kindergeld i.H.v. 95,00 € bereits abgezogen. Die unten aufgeführten Summen sind also die tatsächlichen Zahlbeträge.

Wie ist die Düsseldorfer Tabelle zu lesen?

Der Bedarfskontrollbetrag (Posten rechts in der Tabelle) gibt an, wieviel Geld dem Unterhaltsschuldner -meist dem Vater- nach Abzug des Kindesunterhalts verbleiben muss.

Links in der Tabelle ist das Nettoeinkommen des Unterhaltsschuldners aufgeführt. Stark vereinfacht errechnet sich das hier relevante Einkommen wie folgt: Durchschnittliches monatliches Netto (Steuerrückerstattungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld werden auf das Jahr umgelegt) minus berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten) minus ehebedingte Schulden = einzusetzendes Einkommen.

Die Höhe des zu berücksichtigenden Nettoeinkommens ist also das Wichtigste bei der Berechnung des Kindesunterhalts. Sorgfalt bei der Ermittlung von zusätzlichem Einkommen und Belastungen zahlt sich in barer Münze aus! Nochmals – das hälftige Kindergeld ist schon in Abzug gebracht. Unten sind also die tatsächlichen Zahlbeträge aufgeführt.

Düsseldorfer Tabelle für das 1. und 2. Kind (Stand 1.1.2017) – ZAHLBETRÄGE (hälftiges Kindergeld bereits berücksichtigt!)

Stufe  Nettoeinkommen des  Unterhaltspflichtigen 0-5 6-11 12-17 ab 18  v. H. Bedarfskontrollbetrag
1. bis 1.500 246 297 364 335 100 880*/1080
2. 1.501 – 1.900 264 317 387 362 105 1180
3. 1.901 – 2.300 281 337 410 388 110 1280
4. 2.301 – 2.700 298 356 433 415 115 1380
5. 2.701 – 3.100 315 376 456 441 120 1480
6. 3.101 – 3.500 342 408 493 483 128 1580
7. 3.501 – 3.900 370 439 530 525 136 1680
8. 3.901 – 4.300 397 470 567 567 144 1780
9. 4.301 – 4.700 424 502 604 610 152 1880
10. 4.701 – 5.100 452 533 640 662 160 1980

* Dies ist der Bedarfskontrollbetrag, wenn der Unterhaltspflichtige Arbeitslosengeld bezieht