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Kindesunterhalt – Düsseldorfer Tabelle 2021

Wie Sie den Kindesunterhalt ermitteln

Der  Elternteil, bei dem das Kind lebt, erfüllt diese Pflicht dadurch, dass er das Kind pflegt und betreut. dieser Unterhalt wird daher auch „Naturalunterhalt“ genannt. Der andere Elternteil, also der, der bei dem das Kind nicht lebt, hat die „Barunterhaltungspflicht“, im Regelfall ist dies auch heute der Vater.

Aber natürlich gilt diese Regel auch im umgekehrten Fall, also wenn der Vater das Kind bei sich wohnen hat, dann muss die Mutter den Barunterhalt zahlen.

Die Höhe des Kindesunterhalts ist abhängig vom Alter des Kindes und vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils (siehe unten Tabelle).

Die Oberlandesgerichte haben hierzu Unterhaltstabellen entwickelt. Die Familiengerichte des Landgerichtsbezirks Essen richten sich nach den Leitlinien des OLG Hamm.

Das Kindergeld wird beim Kindesunterhalt angerechnet. Der betreuende Elternteil erhält das Kindergeld. Der andere Elternteil wird dadurch daran beteiligt, dass er von dem Unterhalt, den er nach der Tabelle für sein Kind zahlt, die Hälfte des Kindergeldes abziehen kann.

Unterhaltsvorschuss

Falls für ein Kind nicht oder nur unregelmäßig Unterhalt gezahlt wird, kommt das Unterhaltsvorschussgesetz zum Tragen: dieses stellt übergangsweise eine besondere Hilfe in der schwierigen Lage von Alleinerziehenden dar. Voraussetzung ist, dass das minderjährige Kind bei einem alleinerziehenden Elternteil lebt und der gesetzliche Mindestunterhalt vom anderen Elternteil nicht oder nur unregelmäßig gezahlt wird. Das Kind hat dann einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Die Befristung nach Alter bzw. Dauer ist zum August 2017 weggefallen.

Richtiger Ansprechpartner für Fragen hierzu ist das Jugendamt. Dort kann der Unterhaltsvorschuss auch schriftlich beantragt werden. Das Geld holt sich das Jugendamt dann in der Folge vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurück: dies klärt dann die Rechtslage und macht es dann für den betreuenden Elternteil häufig einfacher.

Unterhalt – Die neue Düsseldorfer Tabelle 2021

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Tabelle zum Kindesunterhalt entwickelt, die mittlerweile für ganz Deutschland gilt.

Bei den hier zugrunde gelegten Zahlen ist das hälftige Kindergeld i.H.v. 109,50 € bereits abgezogen. Die unten aufgeführten Summen sind also die tatsächlichen Zahlbeträge.

Wie ist die Düsseldorfer Tabelle zu lesen?

Der Bedarfskontrollbetrag (Posten rechts in der Tabelle) gibt an, wieviel Geld dem Unterhaltsschuldner -meist dem Vater- nach Abzug des Kindesunterhalts verbleiben muss.

Links in der Tabelle ist das Nettoeinkommen des Unterhaltsschuldners aufgeführt. Stark vereinfacht errechnet sich das hier relevante Einkommen wie folgt: Durchschnittliches monatliches Netto (Steuerrückerstattungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld werden auf das Jahr umgelegt) minus berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten) minus ehebedingte Schulden = einzusetzendes Einkommen.

Die Höhe des zu berücksichtigenden Nettoeinkommens ist also das Wichtigste bei der Berechnung des Kindesunterhalts. Sorgfalt bei der Ermittlung von zusätzlichem Einkommen und Belastungen zahlt sich in barer Münze aus! Nochmals – das hälftige Kindergeld (derzeit 204 € /2= 97 €)  ist schon in Abzug gebracht. Unten sind also die tatsächlichen Zahlbeträge aufgeführt.

Düsseldorfer Tabelle für das 1. und 2. Kind (Stand 1.1.2021) – ZAHLBETRÄGE (hälftiges (bzw. bei Volljährigen das volle) Kindergeld bereits berücksichtigt!)

Stufe  Nettoeinkommen des  Unterhaltspflichtigen 0-5 6-11 12-17 ab 18  v. H. Bedarfskontrollbetrag
1. bis 1.900 283,50 341,50 418,50 345 100 960*/1160
2. 1.901 – 2.300 303,50 364,50 445,50 374 105 1400
3. 2.301 – 2.700 323,50 387,50 471,50 402 110 1500
4. 2.701 – 3.100 342,50 3409,50 498,50 430 115 1600
5. 3.301 – 3.500 362,50 432,50 524,50 458 120 1700
6. 3.501 – 3.900 394,50 468,50 566,50 503 128 1800
7. 3.901 – 4.300 425,50 504,50 609,50 549 136 1900
8. 4.301 – 4.700 456,50 540,50 651,50 594 144 2000
9. 4.701 – 5.100 488,50 576,50 693,50 639 152 2100
10. 5.101 – 5.500 519,50 612,50 735,50 684 160 2200

* Dies ist der Bedarfskontrollbetrag, wenn der Unterhaltspflichtige Arbeitslosengeld bezieht